Verstehen, wie Dinge funktionieren.
Und dafür sorgen, dass sie es auch weiterhin tun.
Ich arbeite an der Schnittstelle von Software, Infrastruktur,
Operations und Organisation. Mein Blick darauf ist stark praktisch
geprägt: Ein System ist für mich nicht schon dann gut, wenn es technisch
funktioniert. Es muss verständlich bleiben, kontrolliert verändert werden
können und auch langfristig zuverlässig betreibbar sein.
Mein Weg
Mein beruflicher Weg in die IT begann nicht am Computer, sondern auf
dem Bau. Ich habe zunächst Zimmerer gelernt – und damit einen Beruf,
in dem am Ende sichtbar sein muss, ob etwas funktioniert, zusammenpasst
und Bestand hat.
Das Interesse an Computern und Programmierung war allerdings schon
deutlich früher da. Noch bevor ich selbst einen C64 hatte, lieh ich
mir in der Bücherei Bücher und Hefte zur C64-Programmierung aus. Mich
interessierte weniger, was man mit einem Computer spielen konnte,
sondern vor allem, wie man ihm selbst etwas beibringt.
Nach einer beruflichen Neuorientierung führte mein Weg über den
Informatikkaufmann und den Informatiktechniker schließlich in die
Softwareentwicklung. Mit 39 Jahren begann ich noch einmal als Junior
Java Backend Developer – bewusst als Neustart in einem Bereich, in
den ich schon lange wollte.
Aus der Backend-Entwicklung wurde mit der Zeit immer stärker die
Beschäftigung mit dem System rund um die Anwendung: Wie wird Software
gebaut und ausgeliefert? Wie läuft sie in Produktion? Wie wird sie
überwacht, gesichert und aktualisiert? Was passiert, wenn etwas
schiefgeht?
Heute arbeite ich als Operations Manager. Damit hat sich mein
Schwerpunkt erweitert, aber die technische Perspektive ist geblieben.
Neben Infrastruktur, Betrieb und Automatisierung beschäftigen mich
heute ebenso Prozesse, Verantwortlichkeiten, Prioritäten und die
Zusammenarbeit zwischen Menschen und Teams.
Rückblickend wirkt dieser Weg für mich weniger wie ein Wechsel zwischen
völlig verschiedenen Berufen als früher. Ob Holzbau, Software oder
IT-Betrieb: Mich interessiert immer wieder dieselbe Frage – wie aus
einzelnen Teilen ein funktionierendes und dauerhaft tragfähiges System
wird.
Arbeit & Technik
Mein technischer Hintergrund liegt in der Softwareentwicklung,
insbesondere im Java-Backend. Dadurch kenne ich Anwendungen nicht nur
aus Sicht des Betriebs, sondern auch von innen: Code, Abhängigkeiten,
Builds, Schnittstellen und die Entscheidungen, die während der
Entwicklung getroffen werden.
Heute liegt mein Schwerpunkt stärker auf dem Betrieb und dem Umfeld
dieser Anwendungen. Dazu gehören Linux, Container, Deployment- und
CI/CD-Prozesse, Monitoring, Backups, Cloud-Infrastruktur und
Automatisierung.
Dabei versuche ich, Automatisierung nicht mit möglichst viel
Automatisierung zu verwechseln. Ein Prozess soll reproduzierbarer und
sicherer werden – nicht nur komplizierter. Dasselbe gilt für
Architektur: Eine einfache Lösung, die verstanden und zuverlässig
betrieben werden kann, ist mir häufig lieber als eine technisch
beeindruckende Konstruktion mit unnötigen Abhängigkeiten.
Mit meiner heutigen Rolle kommt eine weitere Ebene hinzu: Viele
technische Probleme lassen sich nicht allein technisch lösen. Fehlende
Zuständigkeiten, unklare Prozesse oder schlechte Kommunikation können
ein System genauso unzuverlässig machen wie ein Softwarefehler.
Deshalb setzt sich guter Betrieb für mich aus drei Dingen zusammen:
Technik verstehen. Strukturen schaffen. Verantwortung übernehmen.
Projekte
Eigene Projekte sind für mich der Ort, an dem ich technische
Entscheidungen ohne Abkürzung bis zum Betrieb durchdenken kann. Nicht
nur etwas ausprobieren, sondern es so aufbauen, dass ich es später noch
verstehen, verändern und im Fehlerfall wiederherstellen kann.
Deshalb geht es bei meinen Projekten selten nur um eine einzelne
Anwendung oder ein bestimmtes Werkzeug. Mich interessiert das System
darum herum: Infrastruktur, Deployment, Monitoring, Daten, Sicherheit
und die Frage, wie daraus etwas dauerhaft Betreibbares wird.
OwnVPS
Mit meinem eigenen VPS baue ich eine Plattform für persönliche
Websites und weitere technische Projekte auf. Dabei ging es mir
von Anfang an um mehr als darum, einen Server ins Internet zu
stellen: Deployments sollen reproduzierbar sein, Änderungen
nachvollziehbar bleiben und Backups sich im Ernstfall tatsächlich
wiederherstellen lassen.
Deshalb gehören Git-basierte Deployments, Container, Reverse Proxy,
Monitoring, Offsite-Backups und getestete Restore-Prozesse genauso
zum Projekt wie die Anwendungen, die darauf laufen.
Rund um mein Haus laufen inzwischen verschiedene technische
Systeme – unter anderem Raspberry Pis, Smart-Meter-Erfassung,
Monitoring und weitere Komponenten der Hausautomation. Mit HomeOps
möchte ich diese gewachsene Technik schrittweise in eine
nachvollziehbare und langfristig wartbare Struktur bringen.
Besonders spannend finde ich dabei die Verbindung zwischen
digitaler Infrastruktur und einer sehr realen Umgebung: Messwerte,
Energie, Gebäude und Technik auf der einen Seite, Linux,
Datenhaltung, Monitoring und Automatisierung auf der anderen.
Auch in meinem ehrenamtlichen Umfeld beschäftige ich mich mit der
Weiterentwicklung gewachsener IT-Strukturen. Dabei geht es um
Arbeitsplätze, Cloud-Dienste, Datenhaltung, Verwaltungssoftware und
die Frage, welche Systeme eine ehrenamtlich geprägte Organisation
langfristig sinnvoll betreiben kann.
Gerade dort zeigt sich für mich besonders deutlich, dass eine
technisch gute Lösung allein nicht reicht. Sie muss zu den Menschen
passen, verständlich bleiben, bezahlbar sein und auch dann noch
funktionieren, wenn nicht ständig ein IT-Spezialist danebensteht.
Verantwortung gehört für mich nicht nur zum Beruf. Als Kommandant
einer Freiwilligen Feuerwehr trage ich Verantwortung für Menschen,
Ausbildung, Einsatzbereitschaft und die Weiterentwicklung einer
ehrenamtlich getragenen Organisation.
Dabei sind Entscheidungen nicht immer planbar und Rahmenbedingungen
selten perfekt. Menschen bringen unterschiedliche Erfahrungen,
Fähigkeiten und zeitliche Möglichkeiten mit. Trotzdem müssen im
entscheidenden Moment Zuständigkeiten klar sein und Zusammenarbeit
funktionieren.
Vieles davon prägt auch meinen Blick auf andere Bereiche: Gute
Strukturen sollen Menschen unterstützen, nicht beschäftigen.
Verantwortung lässt sich nicht automatisieren – aber man kann
Bedingungen schaffen, unter denen sie verlässlich wahrgenommen werden
kann.
Abseits von Bildschirm und Einsatzplan
Nicht alles in meinem Leben dreht sich um Technik, Systeme und
Organisation. Einen wichtigen Ausgleich finde ich in der Musik. Ich
spiele Tenorhorn und Bariton in einer Blaskapelle – und mag besonders,
dass dabei für eine Weile nur Klang, Rhythmus und Zusammenspiel zählen.
Gleichzeitig bin ich gerne praktisch beschäftigt. Ein altes
Bauernhaus, Haus und Hof, Garten und Wald sorgen zusammen mit immer
neuen Ideen zum Reparieren, Verbessern und Weiterbauen dafür, dass mir
die Projekte auch abseits des Computers nicht ausgehen.
Vielleicht beschreibt genau diese Mischung mich am besten: Ich mag
digitale Systeme – aber genauso Dinge, die man anfassen, reparieren
und tatsächlich fertig machen kann.
Kontakt
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