HomeOps – wenn Haustechnik langsam zur Infrastruktur wird

Aus einzelnen technischen Lösungen rund ums Haus ist über die Jahre etwas geworden, das ich inzwischen wie eine eigene Infrastruktur betrachten möchte.

Worum geht es?

Ein Raspberry Pi hier, ein Smart Meter dort, Messwerte, Grafana und ein paar Dienste, die über die Jahre dazugekommen sind – irgendwann stellt man fest, dass aus einzelnen kleinen Projekten längst eine eigene Infrastruktur geworden ist.

Genau an diesem Punkt ist HomeOps entstanden. Rund um mein Haus laufen inzwischen verschiedene Systeme, die Daten erfassen, speichern und visualisieren oder künftig Teile der Haustechnik unterstützen sollen.

Vieles davon funktioniert bereits. Meine eigentliche Frage ist inzwischen deshalb nicht mehr nur: Was könnte ich noch anschließen? Sondern: Wie bekomme ich daraus ein System, das ich auch langfristig verstehen, sichern und betreiben kann?

Ein altes Haus trifft auf moderne Technik

Mein Elternhaus wurde 1964 von meinen Eltern auf den damaligen Stand renoviert. Teile der Bausubstanz sind allerdings vermutlich an die 500 Jahre alt.

Entsprechend ist auch die technische Infrastruktur nicht aus einem einzigen Plan entstanden. Elektrik, Heizung und andere Gebäudetechnik wurden über Jahrzehnte ergänzt, verändert und an neue Anforderungen angepasst.

Gerade deshalb finde ich die Verbindung mit moderner IT spannend. Ein Smart Meter liefert zunächst nur Zahlen. Interessant werden sie für mich dann, wenn daraus über längere Zeit ein Bild davon entsteht, wie das Haus tatsächlich funktioniert und Energie verbraucht.

Hausautomation bedeutet für mich deshalb auch nicht in erster Linie, das Licht mit dem Smartphone einschalten zu können. Mich interessieren eher Messbarkeit, Energieflüsse, sinnvolle Automatisierung und die schrittweise Modernisierung einer gewachsenen technischen Umgebung.

Aus einzelnen Lösungen wird ein System

Ein wichtiger Baustein ist heute ein Raspberry Pi, der Daten rund um den Stromverbrauch verarbeitet. Messwerte werden gesammelt, gespeichert und mit Grafana sichtbar gemacht. Weitere Systeme und Ideen sind im Laufe der Zeit dazugekommen.

Lange konnte ich solche Dinge gut als einzelne Projekte betrachten: Hauptsache, die jeweilige Lösung funktioniert.

Je mehr Komponenten es werden, desto weniger reicht mir das. Wo liegen Konfigurationen? Was muss gesichert werden? Wie erkenne ich, wenn ein Dienst nicht mehr läuft? Wie stelle ich ein System wieder her? Und welche Abhängigkeiten habe ich mir inzwischen eigentlich gebaut?

HomeOps soll deshalb nicht einfach noch mehr Haustechnik hinzufügen. Es soll zunächst Ordnung in das bringen, was bereits da ist.

Lokal, wo lokal sinnvoll ist

Bei Haustechnik ist für mich eine Sache ziemlich klar: Zentrale Funktionen eines Hauses sollten nicht davon abhängen, ob gerade eine Internetverbindung oder irgendein externer Dienst verfügbar ist.

Deshalb soll der Kern von HomeOps lokal bleiben.

Gleichzeitig wäre es künstlich, HomeOps und OwnVPS vollständig voneinander zu trennen. Für ausgewählte Dinge kann eine Verbindung nach außen sehr nützlich sein – etwa für Monitoring oder um bestimmte Messwerte in einem geschützten Bereich verfügbar zu machen.

Die interessante Frage lautet für mich deshalb nicht: Wie bekomme ich möglichst viel in die Cloud? Sondern: Was gehört ins Haus, was darf nach außen und wie verbinde ich beides sauber miteinander?

Wenn IT plötzlich sehr real wird

Bei OwnVPS bleibt ein Fehler zunächst einmal digital. Bei HomeOps hängt die Technik dagegen an etwas sehr Konkretem: an einem echten Gebäude, realem Energieverbrauch und Technik, die im Alltag einen Zweck erfüllen muss.

Genau das reizt mich an diesem Projekt. Linux, Datenbanken, Monitoring und Automatisierung treffen hier unmittelbar auf Gebäude, Energie, Elektrotechnik und praktische Arbeit.

Und vielleicht schließt sich damit sogar ein Stück weit ein Kreis. Mein beruflicher Weg begann im Handwerk, führte später in die Softwareentwicklung und weiter in den Betrieb von IT-Systemen. Bei HomeOps begegnen sich diese Welten wieder ziemlich direkt.

Wie geht es weiter?

HomeOps ist deutlich weniger abgeschlossen als OwnVPS. Das finde ich aber gar nicht problematisch.

Der nächste Schritt besteht nicht darin, möglichst schnell neue Komponenten hinzuzufügen. Zuerst möchte ich den vorhandenen Stand sauber erfassen: Welche Systeme laufen bereits? Wo liegen Daten und Konfigurationen? Was muss gesichert werden? Welche Abhängigkeiten gibt es?

Danach kann die Struktur Stück für Stück wachsen – von der heutigen Smart-Meter-Erfassung über weitere Sensorik und Hausautomation bis zu einer kontrollierten Verbindung mit OwnVPS.

Mein Ziel ist dabei nicht das „smarte Haus“ als Selbstzweck. Ich möchte eine technische Umgebung schaffen, die mir hilft, mein Haus besser zu verstehen und sinnvoll weiterzuentwickeln – und die ich auch Jahre später noch selbst betreiben kann.